Chronik

Aus der Geschichte der Rytterschaft und ihrer Großmeyster

 

Die Rytterschaft bildete sich aus Angehörigen der KKV Merkuria Bamberg, einer Vereinigung katholischer Kaufleute und ähnlicher Berufe. Bereits am 05.06.1928, traf man sich, als Stammtisch Hansa, in der Gaststätte Weidenhof,  an der Löwenbrücke, in Bamberg. Da jedoch mit diesem, die Ansprüche geistiger Unterhaltung nicht gegeben waren, entschloss man sich am 12.03.1931, zur Bildung einer Ritterschaft. Diese Gründungsversammlung fand im Wasserschloss Concordia an der Regnitz, in Bamberg statt. Die Ritterschaft gab sich den Namen


"Ritter vom Goldenen Federkiel zu Babenberg."

 

Initiator war ihr 1. Vorsitzender, der Redakteur Hanns Rummel, genannt I. Burgherr Urrytter Hannes von Babenberg-Fichtelbergensis. In dieser unruhigen Zeit bis zum Verbot der Ritterschaft durch die Nationalsozialisten 1936, gab es noch drei weitere Burgherren: Den Steuerberater Walter Hummel, genannt Urrytter Arco von der Concordia, den Kaufmann Max Lindner, genannt Urryter Marco vom Steffelberg und den Kaufmann Nikolaus Deckert, genannt Urryter Nicolor von der Wunderburg.

Nach dem II. Weltkrieg, am 05.01.1951, konstituierte sich die Ritterschaft neu. Ihr VI. Burgherr war wieder der Gründer und Spiritus Rektor Urrytter Hannes von Babenberg-Fichtelbergensis. Burgherr und dann Ehrenburgherr blieb er 30 Jahre, bis zum 22.10.1981.

Ab 22.10.1981 wurde die Titulierung Großmeyster unter Oberamtsrat Hans Daig, genannt Rytter Konrad Tutor von Oberleiterbach, eingeführt. Weitere II. und III. Großmeyster waren der Verlagsrepräsentant Otto Metzner, genannt Erzrytter Otto vom Domberg und der Sparkassenbetriebswirt Gerhard Lange, genannt Rytter Michael Siemer von der Alten Hofburg. Wegen Krankheit trat er zurück. Nach 3 Jahren Vakanz, während in dieser Zeit der  Stellvertreter des GM, der Cantzler, Archivar Joseph Heumos, genannt Erzrytter Rasso von Egloß die Rytterschaft vertrat, wählte die Rytterschaft 2007 zum amtierenden IV. Großmeister, einen Jünger der Schwarzen Kunst, Rainer Braunreuther, genannt Erzrytter Hiltebrant vom Sand am Regnitzstrand.

Urrytter Hannes von Babenberg-Fichtelbergensis Urrytter Arco von der Concordia Urryter Marco vom Steffelberg Urryter Nicolor von der Wunderburg
I. + VI. Burgherr II. + V. Burgherr III. Burgherr IV. Burgherr
Urrytter Hannes von Babenberg-Fichtelbergensis  Urrytter Arco von der Concordia Urryter Marco vom Steffelberg  Urryter Nicolor von der Wunderburg
 profan Hanns Rummel  profan Walter Hummel  profan Max Lindner  profan Nikolaus Deckert
 1931/32, 1951-1981  1933/35, 1936  1935  1935/36

 

Rytter Konrad Tutor von Oberleiterbach Erzrytter Otto vom Domberg Rytter Michael Siemer von der Alten Hofburg Erzrytter Rasso von Egloß Erzrytter Hiltebrant vom Sand am Regnitzstrand
I. Großmeyster II. Großmeyster III. Großmeyster Vakanz-Stellvertreter des GM IV. Großmeyster
Rytter Konrad Tutor von Oberleiterbach Erzrytter Otto vom Domberg Rytter Michael Siemer von der Alten Hofburg Erzrytter Rasso von Egloß Erzrytter Hiltebrant vom Sand am Regnitzstrand
 profan Hans Daig  profan Otto Metzner profan Gerhard Michael Lange  profan Joseph Heumos profan Rainer Braunreuther
 1981-1989  1989-1995  1995-2004  2004-2007  amtierend seit 2007

 

Nach dem Kriege konnte die Gründungsburg nicht mehr genutzt werden und so traf man sich in verschiedenen Nebenzimmern von Gaststätten in Bamberg. Seit dem 14.10.1965 hausen diese auf Bambergs höchstem Punkt, im Palas der Burg. Das Tuskulum der Rytterschaft ist einer mittelalterlichen Kemenate nachempfunden. 1914 wurde es in seiner heutigen Form so eingerichtet. Es sollte dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern bei seinem Besuch in Bamberg, als Schlafraum dienen. Der Besuch fand nicht statt, da an diesem Tag, 1. August 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach. Dieser Raum wird heute als das Wittelsbacher Zimmer bezeichnet, weil das Haus Wittelsbach, als großer Förder der Altenburg galt. Die Rytterschaft horstet also seit 48 Jahrungen auf der Altenburg. Am 5.11.2007 besuchte Seine königliche Hoheit Herzog Franz von Bayern die Altenburg und auch das Rempter der Rytterschaft. 2008 fand im Rittersaal der Altenburg der bisher letzte Ritterschlag statt. 2009 sind zwei verdienstvolle Männer und langjährige Mitglieder zu Erzrytter ernannt worden. Diese seltene Auszeichnung verlieh die Rytterschaft an Cantzler Rasso von Egloß und Truchseß- & Kellermeyster Adalbert von Langheim. Am 13.03.2011 feierte die Rytterschaft ihr 80-jähriges Bestandsfest auf der Altenburg. 2012 und 2014 Aufnahme von je 2 Pilgrim als ehrsame Knappen. 2014 wurde die von Rytter Gunter angefertigte neue Standarte gesegnet. 2014 Rytterschlag von Junker Knut und Clemens im Rittersaal auf der Altenburg. Ernennung des Ehrensassen Gerd Berengar von und zu Martell.
Auch 2016 am 23.04. am St. Georgstag, Vollzug  eines zwiefachen Rytterschlages durch den GM Erzrytter Hiltebrant vom Sand am Regnitzstrand an den Junkern Alexander und Eberhard. Dieser wurde zusammen mit dem 85. Bestandsfest auf der Altenburg gefeiert. Rendant Rytter Jakob, Junker & Zuchtmeyster Rytter Jörg und Zinkenmeyster Rytter Roderich wurden aufgrund ihrer langjährigen, verdienstvollen Arbeit zu Erzryttern Federkieliens ernannt. Die in langjähriger Freundschaft zur Gilde Federkieliens verbundenen Großmeyster Sigfried die Kleydermotte, von der Rytterschaft zum Goldenen Turm zu Cranaha und Großmeyster Ottokar von Heydegg, vom Wallensteiner Ritterbund zue Norimberga, wurden zum Ehrenrytter Federkieliens erkürt.

Seit dem 12.03.1931 sind 86 Jahre vergangen, als eine handvoll Männer diese Ritterschaft gründete. Die Gründungsväter wollten frei sein im Denken und handeln. Es war ein Verein ohne Rechtsform. Mitgliedsbeiträge und Rechnungen wurden bar bezahlt und der Rendant trug immer seinen Quittungsblock mit sich herum.

Wie der we. Cantzelarius Rytter Clemens in seinem Ladeschrieb  zur Gründungsversammlung vermerkte wurde es im 86. Bestehens unserer Tafelrunde notwendig die Rechtsform zu ändern. Die Gepflogenheiten und Erfordernisse des Rechtsverkehrs machten es erforderlich, dass unsere Runde sich künftig als eingetragener Verein am profanen Leben beteiligt. Für die Fortführung unseres Kontos und einer Versicherung des Tuskulums war dies unbedingt notwendig. Auch wurde damit die Haftungsfrage eindeutig und zugunsten aller Sassen nach den Vorschriften des BGB geklärt.

Eigentlich hat sich nicht viel verändert. Die Burgfalknerey, jetzt Vorstandschaft mit Beisitzern sind gleich geblieben. Der rytterliche Jahresablauf wird in der gewohnten, althergebrachten Weise weiter stattfinden.

Am Donnerstag, 02.02.2017, hatte die Gründungsversammlung in der Galerie auf der Altenburg, 20 ritterliche Mitgliedern waren anwesend,  einstimmig beschlossen, einen eingetragenen Verein zu gründen. Nach Besuch beim Notar, wurde vom Amtsgericht Bamberg – Registergericht - die Gründung unter VR 200892 vollzogen. Tag der Eintragung war der 24.03.2017. Der abgeänderte Name lautet nun:

Rytterschaft zum Goldenen Federkiel zu Babenberg e. V.

1.Vorstand Rainer Braunreuther
2.Vorstand Klemens Nothaas
Schatzmeister Peter Geier

Als Beisitzer wurden alle Rytter der Burgfalknerey gewählt und in ihrem Amt bestätigt. Alle Abstimmungen erfolgten einstimmig.

Wer von den Ryttern nicht dem Verein beitritt, wird in Zukunft als fahrender Recke geführt.

Freundschaftlich verbunden sind wir mit der Rytterschaft vom Goldenen Turm zu Cranaha, der Ritterschaft v. d. Kunststofftechnik VDI-K., dem Orden der Schwertbrüder von Livland, dem Wallensteiner Ritterbund zue  Norimberga und dem Ritterbund Grüner Humpen zue Vindobona.

Tuskulum