Burg

Vom Regnitzstrand auf Babenbergs Höhen

"Die Ritterschaft zum Goldenen Federkiel wurde 1931 im Wasserschloß Concordia an der Regnitz gegründet und ist seit  1965 ein fester Bestandteil  der Altenburg.

Im I. Stock des Palas, im Wittelsbacher Zimmer, befindet sich ihr Refugium. Ritterliches Brauchtum, geschichtliches Interesse, Pflege der Heimatliebe, Geselligkeit und die Erhaltung der Altenburg liegt ihr besonders am Herzen."

 

Wenn Du in die Burg gehst,vergiß der Ahnen nicht!“

 

Dieser Wahlspruch steht auf der Tür zu ihrem Tuskulum im Palas der Altenburg.

15 Männer sitzen um eine Tafel, als Zeichen der Ritterlichkeit mit Barett und Bandalier bekleidet. Kerzen brennen, Wappen und Schwerter hängen an der Wand. Der dreifache Gongschlag gibt das Zeichen zum Beginn der 1.197. Sippung.

Seit dem 12.03.1931 ist dieser ritterliche Verein in den Annalen festgehalten. Gründer und erste Burgherr war Urrytter Hannes v. Babenberg-Fichtelbergensis.

Die Gründungsversammlung fand im Wasserschloss Concordia an der Regnitz statt. Auch der Kontakt mit der ebenfalls in der Concordia ansässigen Verbindung, der 1859 in Prag gegründeten Schlaraffia, Colonie Bamberg und seines Oberschlaraffen Ritter Parnassus Graf von Posnania, wirkte sich auf ihr Ritterleben, wie Zeremonium und Sprachgebrauch, aus.

Seit 1965 haust diese Ritterschaft auf Bambergs höchstem Punkt, im sogenannten Wittelsbacher Zimmer, im I. Stock des Palas auf der Altenburg.

So hat sich die ritterliche Treue bis heute erhalten. „Pflege und Verbreitung ritterlicher Wertvorstellung, die da sind: Treue, die Verehrung, Achtung und Wertschätzung der Frau, das Hochhalten des Ehrbegriffes, die Freundschaft. Die Geselligkeit, die Toleranz“ haben sich die Federkieler zum Dogma gesetzt, genauso wie ihre Aktivitäten „Pflege der Heimatliebe, des Geistes und des Humors.“ Sie sind konfessionsungebunden und parteiunabhängig.

Besonders die Erhaltung der Altenburg liegt ihnen am Herzen. Einige der Mitglieder sind auch in der Vorstandschaft des Altenburgvereins.

 

Kein sozialer Unterschied.

Um kund zu tun, dass es in der Ritterschaft keinen Unterschied in der sozialen Stellung des einzelnen gibt, werden Namen aus Verehrung für die alte Ritterzeit von alten verfallenen Burgen, ausgestorbenen Geschlechtern, aus alten Heldensagen oder aus der eigenen Herkunft oder des Berufes entlehnt: Rasso von Egloß, Adalbert von Langheim, Michael Siemer von der Alten Hofburg oder Edgar von der alten Hofstatt, sind einige wohlklingende Beispiele. Eine ritterliche Kleidung gehört auch dazu. Ein Bandalier aus blauem Samt, als Symbol des Schwertgehänges, ein schwarzes Samtbarett mit blau/weißer Feder, eine goldene Ritterkette mit dem Stadtritterwappen von Bamberg, sowie ein Mantel aus blauem Samt mit s/w Kragen, also in den Farben der Ritterschaft. Die Kleidung symbolisiert auch den Grad eines

Ritters. Ein sogenannter Pilgrim, der erst in das Brauchtum eingeführt wird, besitzt so etwas freilich noch nicht. Erst wenn er auf Antrag zum Prüfling wird und die Ritter abstimmen, ob er eines Junkers würdig ist, beginnt die Kleidungsordnung: er darf ein einfaches Bandalier und das Barett ohne Feder tragen. Ein Patenritter u. der Junker- & Zuchtmeyster kümmern sich um seine Erziehung. Nach einer Probezeit, kann der Antrag zur Aufnahme in den Knappenstand gestellt werden. Nach einjähriger Knappenzeit und dem Beweis durch einen ritterlichen Vortrag, kann die Junkerschwertleite durchgeführt werden. Erst wenn der Sasse zum Ritter geschlagen wird, bekommt er auch Mantel, Feder, Schwert und Ritterkette, sowie sein eigenes Wappen. Auch hat er einen eigenen Wahlspruch.

 

Antiquierte Sprache

Doch das ist nicht alles, was zum ritterlichen Zeremoniell gehört. Eine Sprache mit vielen eigenen Wörtern, wie zum Beispiel, Schwatzdraht, Stinkroß, Breshaftigkeit usw. Die Anwesenden werden mit ihrem Ritternamen angesprochen. Dies soll das Loslösen aus dem Alltag verdeutlichen und den einzelnen zwingen, sich ganz der Sippung zu widmen und daraus wieder Kraft für die Profanei zu schöpfen. Die Ritter fragen nicht, was man hat oder was man ist, hier sind alle Alter und Berufe gleichgestellt. Nur der Sinn für das Schöngeistige hat hier Bedeutung. Während eines solchen Kapitels sind mehrere Amtshandlungen zu vollziehen.

Der Burghauptmann Rytter Hilar Barde vom Stammberg eröffnet mit seinem Spruch, dass der Türmer vom Bergfried aus Wacht hält, die Zugbrücken hochgezogen sind und Friede auf der Burg herrscht. Der Burgmagister spricht philosophische Gedanken zu Sippungsbeginn. Der Großmeyster begrüßt in seinem Willkomb die eingerittene Sassenschar und berichtet über besondere Vorkommnisse. Er führt durch das offizielle Zeremoniell. Der Burgmarschall verliest seine Niederschrift von der letzten Sippung. Der Kellermeyster füllt die Humpen und es wird unter der Führung des Zinkenmeyster, der die Ritter auf dem Klavezimbelum begleitet, kräftig gesungen. Als Höhepunkt einer jeden Sippung ist die Fexung anzusehen. Es hält ein Rytter einen Vortrag über ein ritterliches oder auch profanes Thema.

Nach weiteren Liedersängen, dem Klingelbeutelrundgang durch den Rendanten sowie Kundmachungen, wird der offizielle Teil beendet. Nach der Abrüstung erfolgt das freie, gute und freundschaftliche Gespräch an der Tafelrunde.

 

Das Alte bewahren und das Neue angehen

Im Jahresablauf einer Ritterschaft gibt es natürlich auch profane Veranstaltungen. Hier sind die Burgfrauen immer mit dabei. Dies sind u. a. Ostermontagstreffen, Weihnachtsfeier, Rytterwanderungen, Ausflugsfahrten, Betriebsbesichtigung oder andere Exkursionen. Mehrtägige Ausflüge werden Fahren ins welsche Land oder auch Ritt in einem anderen Kanton genannt. Auch im Altenburgverein ist die Ritterschaft bei diversen Veranstaltungen fest eingebunden.

 

An neuen Mitgliedern ist die Ritterschaft immer interessiert. Gäste sind uns an der Tafelrunde herzlich willkommen.